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E-Petition des Deutschen Hebammenverbandes


Danke für Ihre Unterstützung  der E-Petition des Deutschen Hebammenverbandes!
Die Welt braucht Hebammen, heute mehr denn je! Die Kampagne geht weiter.

Die Mitzeichnungsfrist war am 17.06.2010 beendet. Bis dahin haben sich 

105.386 Menschen elektronisch und

80.970 schriftlich beteiligt - Danke! 

Am 28.06.2010 hat sich der Petitionsausschuß in einer öffentlichen Anhörung mit  der eingereichten E-Petition des Deutschen Hebammenverbandes befaßt.
Zu Beginn dieser Anhörung hatte Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V., für fünf Minuten das Wort. Hier können Sie ihr Eingangsstatement lesen.
Im Anschuß daran gab es mehrere Runden zur Klärung noch offener Fragen oder inhaltlicher Zusammenhänge. Nun berät der Ausschuß unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

Der Deutsche Hebammenverband fordert für die Hebammen in den Kliniken und der Freiberuflichkeit:

Eine Anhebung der Honorare und Gehälter auf ein Niveau, das der hohen Verantwortung entspricht, die Hebammen übernehmen.

Eine Finanzierung der Krankenhäuser durch die Politik und nicht durch Lohnverzicht der Beschäftigten.

Eine Qualitätssicherung der Geburtshilfe im Krankenhaus durch Senkung der Geburtenzahlen pro Hebamme pro Jahr.

Die Solidarität Aller, damit die Wahlfreiheit des Geburtsortes erhalten bleibt.

Müssen Frauen ab dem 1.7.2010 auf Hebammenhilfe verzichten?

Unbezahlbare Haftpflichtprämien bedrohen die Existenz des Hebammenberufes und die flächendeckende Versorgung der Gebärenden


Seit Monaten weist der Hebammenverband Krankenkassen und Politik darauf hin, dass durch die steigenden Haftpflichtprämien – bei stagnierenden Einnahmen – verstärkt freiberuflich tätige Hebammen aus der Geburtshilfe gedrängt werden.

War es früher selbstverständlich, dass eine Hebamme neben Vorsorge und Wochenbettbetreuung auch Geburten begleitet hat, so ist deren Anteil parallel zum Anstieg der Haftpflichtprämien drastisch gesunken. Von den freiberuflichen Hebammen sind gerade noch 23% mit Geburten als Beleghebamme, im Geburtshaus oder zu Hause tätig, obwohl es einen anhaltenden Trend gibt, Stellen für angestellte Hebammen in Kliniken abzubauen und stattdessen ins Belegsystem umzuwandeln. Ab dem 1.7.2010 erreichen die Haftpflichtprämien der Hebammen eine Höhe, die befürchten lässt, dass die Versorgung der Frauen nicht mehr flächendeckend sichergestellt werden kann. Den massiven Prämiensteigerungen stehen Gebühren gegenüber, die ohnehin inakzeptabel niedrig sind. Für die Betreuung einer Geburt, inklusive acht Stunden vor der Geburt und drei Stunden danach, bekommt die Hebamme 237 Euro für eine Geburt im Krankenhaus, 445 Euro für eine Geburt im Geburtshaus und 537 Euro für eine Hausgeburt.

Bei einer Rundumbetreuung, mit Vorsorge, Kursen, Geburt, Wochenbett und Stillzeit betreut eine klinisch tätige Hebamme ca. 30 Frauen im Jahr, außerklinisch etwa 10 Frauen. Bei allen reichen nun die Einnahmen aus der Geburtshilfe gerade mal zur Deckung des neuen Versicherungsbeitrages von 3689 Euro. Auch ohne Geburtshilfe ist es um die Einkommen der freiberuflichen Hebammen nicht rosig bestellt. Für einen Hausbesuch im Wochenbett erhält die Hebamme 26,52 Euro. Nach Abzug aller Kosten bleiben davon durchschnittlich 7.50 Euro.

Durch diese Schieflage zwischen Einkommen und Ausgaben ist die Existenz vieler Hebammen akut gefährdet!

Deshalb hatte der Deutsche Hebammenverband große Hoffnungen in die Verhandlungen mit den Krankenkassen über den „Ausgleich der Haftpflichtprämienerhöhung“ gesetzt. Leider wurden diese Verhandlungen am 29. März 2010 für gescheitert erklärt. „Der Grund für das Scheitern“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammenverbandes, „sind die Spitzenverbände der Krankenkassen, die nicht bereit sind, die Vergütung für Hebammenleistungen auf ein Niveau anzuheben, das der hohen Verantwortung des Hebammenberufes gerecht wird und die massiv gestiegenen Versicherungsprämien kompensieren könnte. Die Schieflage wird zu einem reduzierten Angebot außerklinischer Geburtshilfe und Beleggeburten führen. Dadurch wird zukünftig das Recht der Frauen auf eine freie Wahl des Geburtsortes ausgehebelt“, so die Präsidentin.

Verschärft wird diese Situation auch dadurch, dass zunehmend wohnortnahe geburtshilfliche Abteilungen an Kliniken aus Rentabilitätsgründen schließen. Dies könnte innerhalb weniger Jahre zu einer Monopolstellung großer geburtshilflicher Versorgungszentren führen. Auf dem freien Markt bewirken Monopolisierung und fehlende Konkurrenz immer eine Reduzierung, bzw. Verschlechterung des Leistungsangebotes. Dies befürchtet der Hebammenverband nun auch für die geburtshilfliche Situation in den Krankenhäusern. Die Leidtragenden sind die Mütter und Kinder mit ihren Familien, die dieser desolaten Versorgungssituation ausgeliefert sind.

„Wir werden es nicht einfach so hinnehmen, dass Hebammen wegen der drückenden Last der Haftpflichtprämien und der unzureichenden Anpassung der Gebühren die Geburtshilfe aufgeben müssen“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Hebammen-verbandes. „Zumal die Erhöhung der Haftpflichtprämie nicht durch einen Anstieg der Schadensfälle verursacht worden ist, sondern durch massiv angestiegene Pflegekosten der Geschädigten. Deshalb dürfen diese hohen Schadensaufwendungen auch nicht den Hebammen aufgebürdet werden. Wenn es in dieser Angelegenheit keine zeitnahe Korrektur gibt, wird die flächendeckende Versorgung spätestens zum 1.7.2010 zusammenbrechen. Deshalb appellieren wir an die Politik! Wenn sie ihrem Sicherstellungssauftrag nachzukommen will, muss sie sich gemeinsam mit uns für eine rasche politische Lösung einsetzen“, so die Vorsitzende abschließend.

Kontakt:
Dr. Edith Wolber
Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.
Tel: 06226/429400, eMail: wolber@hebammenverband.de, www.hebammenverband.de



Weitere Infos hierzu gibt es auf der Website des Hebammenprotests.



Petitionsrekord:

Beim Deutschen Hebammenverband knallen die Sektkorken

Obwohl die E-Petition „Sofortmaßnahmen zur wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe“  noch 17 Tage läuft (31.05.2010), hat der Deutsche Hebammenverband alle bisherigen Rekorde gebrochen. Mehr als 99 000 elektronische und 63 000 schriftliche Unterzeichnungen sind bisher beim Petitionsausschuss gezählt und registriert worden. Die Stimmen der  UnterstützerInnen geben den Forderungen des Hebammenverbandes bei den Gesprächen und Verhandlungen enormes Gewicht.    „Wir peilen jetzt die 200 000 an. Jede Stimme zählt, denn jede Stimme steht für den Wunsch nach einer bundesweiten, wohnortnahen Versorgung durch eine Hebamme – vom Beginn der Schwangerschaft, durch die Geburt bis zum Ende der Stillzeit“, so Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. 

Kontakt:
Dr. Edith Wolber
Bergstraße 3, 74909 Meckesheim
Pressesprecherin des Deutschen Hebammenverbandes e.V.
Tel: 06226/429400, eMail: wolber@hebammenverband.de, www.hebammenverband.de

 

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