Internationaler Tag der Hebammen

Umfrage: „Die Situation im Land ist katastrophal, miserabel“.

Internationaler Tag der Hebammen

Umfrage: „Die Situation im Land ist katastrophal, miserabel“.

Internationaler Tag der Hebammen Umfrage: „Die Situation im Land ist katastrophal, miserabel“.
Laut Umfrage wären allein in Schleswig-Holstein 111 Hebammen bereit, wieder in den Kreißsaal zurückzukehren.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat anlässlich des diesjährigen Welt-Hebammentags unter den Hebammen eine Umfrage („Jede Hebamme zählt!“) durchgeführt, die Ergebnisse sind niederschmetternd, die Arbeitsbedingungen grauenhaft.

Beispiele von Aussagen der Hebammen aus Schleswig Holstein:

– „Katastrophe. In der momentanen Situation sind wir von bedarfsgerechter Versorgung und Betreuung meilenweit entfernt. Das Rad wird am Laufen gehalten, egal wie“.

– „Kritischer Zustand im Kreißsaal. Dienste kaum zu bewältigen. Personalmangel. Traumatische Geburten“.

– „Die aktuelle geburtshilfliche Situation in den meisten Kliniken ist nicht mehr tragbar und führt zu psychischen und physischen Schäden bei den zu betreuenden Familien, wie auch den Hebammen selbst“.

– „Mein Kreißsaal wurde gerade aus wirtschaftlichen Gründen gegen den Willen der Bevölkerung geschlossen“.

– „Die Zentralisierung der Krankenhäuser geht an der Sicherheit und den Bedürfnissen der Frauen vorbei…., die gesamte Struktur und

Infrastruktur muss überdacht und neu aufgestellt werden. Zum Wohle aller“.

 

Der Hebammenverband Schleswig-Holstein hat schon häufiger auf die katastrophale Lage in der Geburtshilfe hingewiesen und ist über das Ergebnis dieser Umfrage wenig überrascht. Denn wie in Eckernförde oder Ratzeburg haben immer mehr Klinikträger, Städte und Kommunen die Geburtshilfe aus ihrem medizinischen Versorgungsangebot gestrichen. Ein Viertel der Geburtshilfe-Angebote sind in den vergangenen zehn Jahren in Schleswig-Holstein von der Bildfläche verschwunden. Gegen den Widerstand der Frauen. Bei Geburten bedeutet das: weitere Wege, längere Fahrzeiten, eine Gefährdung in Notfallsituationen – unterm Strich eine schlechtere Versorgung und eine zunehmende Anzahl von Geburten in Rettungswagen, PKWs und sogar auf Seenotkreuzern.

Der Hebammenverband Schleswig-Holstein fordert deshalb die Kehrtwende in der Geburtshilfe-Politik.

– Die Geburtshilfe muss Teil der medizinischen Grundversorgung werden.

– Die Geburtshilfe muss vom pathologischen Ansatz zurück zur Förderung der physiologischen Geburt führen.

– In der Geburtshilfe muss eine 1:1 Betreuung gewährleistet sein – individuell, wohnortsnah und bedarfsgerecht.

Unter diesen Umständen könnte die zur Zeit dramatische Lage umgekehrt werden und auch wären Hebammen bereit, weiter in ihrem

Job zu arbeiten. Auch das hat die Umfrage gezeigt, denn: „Jede Hebamme zählt!“