Weiterer Abbau von Kreißsälen befürchtet

Wirtschaftlichkeit darf kein Maßstab für die Gesundheit von Mutter und Kind sein. Die neue Studie der Bertelsmann-Studie schlägt vor, die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland um die Hälfte zu reduzieren.Von den heute knapp 1400 Krankenhäusern sollen weniger als 600 übrig […]

Wirtschaftlichkeit darf kein Maßstab für die Gesundheit von Mutter und Kind sein.

Die neue Studie der Bertelsmann-Studie schlägt vor, die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland um die Hälfte zu reduzieren.Von den heute knapp 1400 Krankenhäusern sollen weniger als 600 übrig bleiben, um so eine zukunftsfähige Krankenhausstruktur zu schaffen und eine bessere medizinische Versorgung der Patienten zu gewährleisten. 

Eine weitere Schließung von Krankenhäusern beinhaltet allerdings auch einen weiteren Abbau von Geburtskliniken. Ist dies jedoch den Schwangeren und ihren Familien noch zumutbar? Geburten benötigen in den seltensten Fällen eine medizinische Maximalversorgung. Für Geburten ist eine sichere und adäquate Versorgung in Wohnortnähe wichtiger und unerlässlich. In Schleswig-Holstein ist diese Versorgung schon jetzt nicht mehr allerorts gewährleistet.

Die Bertelsmann-Studie stellt zudem durch die Übernahme des Personals aus den geschlossenen Kliniken ein Ende des Personalmangels in Aussicht. Auch dies hat sich in Schleswig-Holstein nicht bestätigt. Ein Trugschluss zu denken, dass die Hebammen, die ihren Arbeitsplatz durch die Schließung der Abteilung verloren haben, mitsamt der eigenen Familie ihren Wohnort wechseln würden. Der bereits jetzt bestehende Mangel an Hebammen in den Kreißsälen wird durch weitere Schließungen drastisch erhöht werden, da es in den verbleibenden Krankenhäuser zu steigenden Geburtenzahlen kommen wird.

Erst im April haben die Statistischen Bundesämter der Länder neue Zahlen zur Erreichbarkeit von Kliniken veröffentlicht: Knapp 90 Prozent der Menschen, die in städtischen Regionen leben, erreichen innerhalb von 15 Minuten das nächste Krankenhaus mit einer Basisversorgung. In ländlichen Regionen sind es nur rund 64 Prozent.


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