Hebammenverband fordert in der Schiedsstelle angemessene Vergütung und gute Arbeitsbedingungen für freiberufliche Hebammen

Pressemitteilung des DHV vom 05.07.2017 Die Schiedsstelle zwischen den Hebammenvertreterinnen und den Gesetzlichen Krankenkassen konnte gestern erneut keine Einigung erzielen. Strittig sind nach wie vor die Vergütung für freiberufliche Hebammen und die Arbeitsbedingungen für Beleghebammen, die freiberuflich in Kliniken arbeiten. […]

Pressemitteilung des DHV vom 05.07.2017

Die Schiedsstelle zwischen den Hebammenvertreterinnen und den Gesetzlichen Krankenkassen konnte gestern erneut keine Einigung erzielen. Strittig sind nach wie vor die Vergütung für freiberufliche Hebammen und die Arbeitsbedingungen für Beleghebammen, die freiberuflich in Kliniken arbeiten.

Überraschend haben gestern die Krankenkassen und der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) einen gemeinsamen Antrag zur Höhe der Hebammenvergütung und zu den Regelungen der Beleghebammen angekündigt. Der Antrag soll innerhalb der nächsten Woche schriftlich vorgelegt werden. Nach dem Verhandlungsverlauf befürchtet der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV), dass die Vergütungssteigerung weit unterhalb einer ausreichenden Vergütung liegen wird. Damit wird es weiterhin keine angemessene Vergütung von Hebammenhilfe geben. Sorge hat der DHV auch um die Regelungen zum bisher bewährten Beleghebammensystem.

„Die fast 20.000 freiberuflich arbeitenden Hebammen in Deutschland brauchen eine angemessene Vergütung und gute Arbeitsbedingungen. Dann gibt es wieder genügend Hebammen, die im Beruf bleiben. Wir brauchen sie dringend für eine gute Versorgung rund um die Geburt“, meint Martina Klenk, Präsidentin des DHV.

Die Schiedsstelle wurde angerufen, weil in den Verhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte zur Vergütung von Hebammen sowie Arbeitsbedingungen von Beleghebammen. 1.838 Beleghebammen begleiten in Deutschland 20 Prozent der Geburten in Kliniken. In Bayern erhalten sie aktuell rund 80 Prozent der Geburtshilfe aufrecht. Die Gesetzlichen Krankenkassen möchten ihre Arbeitsbedingungen aktuell stark verändern beispielsweise durch eine Beschränkung der Leistungsmengen, die sie abrechnen können. Der DHV befürchtet, dass zahlreiche Beleghebammen aus der Geburtshilfe aussteigen, sollte der Plan der Kassen in der Schiedsstelle verabschiedet werden. Aktuell gibt es bereits seit Juli keine Beleghebammen in Bremen mehr und beispielsweise in Bayern schließen geburtshilfliche Stationen, weil Beleghebammen fehlen.

Der Deutsche Hebammenverband ist mit über 19.500 Mitgliedern die maßgebliche Vertretung von Hebammen in ganz Deutschland. Sowohl angestellte als auch freiberufliche Hebammen mit Beleghebammen sowie Hebammenwissenschaftlerinnen und –schülerinnen sind im DHV organisiert. Außer dem DHV gibt es nur einen weiteren Hebammenverband, den BfHD, mit einigen hundert Mitgliedern. Beide Verbände haben jeweils eine Stimme in der Schiedsstelle.


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