Das „Bündnis für Geburtshilfe in SH“ fordert Umdenken beim Ministerium

Bündnis für Geburtshilfe SH fordert Umdenken beim Ministerium Pressemitteilung des „Bündnis für Geburtshilfe SH“ zur Antwort auf die Kleine Anfrage vom 24.07.2017: Der Landtagsabgeordnete Kai Dolgner (SPD) richtete die gleiche Kleine Anfrage an das Sozialministerium zur Zeit von Ministerin Alheit […]

Bündnis für Geburtshilfe SH fordert Umdenken beim Ministerium

Pressemitteilung des „Bündnis für Geburtshilfe SH“ zur Antwort auf die Kleine Anfrage vom 24.07.2017:
Der Landtagsabgeordnete Kai Dolgner (SPD) richtete die gleiche Kleine Anfrage an das Sozialministerium zur Zeit von Ministerin Alheit und nun unter der Führung von Dr. Heiner Garg. Darin wurde gefragt, ob die verschärften Aufnahmekriterien der Geburtshilfestation Eckernförde durch gesetzliche Vorgaben zu begründen wären. Die Kriterien sehen z.B. eine Beschränkung des Alters der Mutter vor. Beide Antworten waren identisch: Sämtliche Kriterien entsprächen den Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Anke Bertram, Vorsitzende des „Hebammenverbandes SH e.V.“, erläutert dazu aus fachlicher Sicht: „Das ist schlicht falsch. Weder die „Qualitätssicherungsrichtlinie Früh- und Reifgeborene“ des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) noch die Mutterschaftsrichtlinie nennen das Alter einer Schwangeren als Geburtsrisiko. Ebenfalls gibt es keine Einschränkungen bei Beckenendlage. Laut der oben genannten Qualitätsrichtlinien dürfen selbst Zwillings- und Drillingsschwangerschaften, so sie die 36. Schwangerschaftswoche vollendet haben, in allen geburtshilflichen Kliniken aufgenommen werden.“

Berit Eigenbrod, Vorsitzende von „Geburt e. V.“: „In den letzten Jahren haben wir immer wieder Aussagen widerlegen müssen.“

So begründete das Ministerium, die Qualität kleiner Geburtshilfestationen seien schlechter, mit einer dafür völlig ungeeigneten Studie und konnte auch keine anderen Belege beibringen für diese Behauptung.
Angeblich fuhren 60% der Schwangeren an der Geburtshilfe Oldenburg vorbei, was als Rechtfertigung für die Schließung der Station benutzt wurde. Die Berechnung des Ministeriums hielt einer Überprüfung nicht stand. Ungeheuerlich war auch die Angabe eines Hubschrauberladeplatzes in Oldenburg in einem Notfallplan, der schon Jahre zuvor wegrationalisiert wurde.

Alexandra Bruns, ebenfalls „Geburt e. V.“ und Sprecherin der Bürgerinitiative Eckernförde: „Es muss endlich Schluss sein mit Pleiten, Pech und Pannen. Das Ministerium hat eine große Verantwortung für die Menschen und ihre Gesundheit. Da darf man erwarten, dass auch Kleine Anfragen sorgfältig geprüft und differenziert beantwortet werden.“

Das „Bündnis Geburtshilfe SH“, zu dem sowohl der „Hebammenverband SH e.V.“ wie auch „Geburt e. V.“ und die „Bürgerinitiative zum erhalt der Kinder- und Geburtsstation in Eckernförde“ gehören, setzt weiter auf einen Dialog mit Minister Dr. Garg. Basis muss aber ein Vertrauensverhältnis zum Sozialministerium sein. Die Bürgerrechtler erwarten eine Erklärung des Ministeriums zur Kleinen Anfrage.


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