Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht IGES-Gutachten zur stationären Hebammenversorgung

Das Ergebnis einer vom Bundesgesundheitsministerium im letzten Jahr in Auftrag gegebenen Umfrage zur stationären Hebammenversorgung liegt nun vor. Im Rahmen des Gutachtens wurden u.a. die Erreichbarkeit von Krankenhausstandorten mit Geburtshilfe, die Versorgung mit Hebammenleistungen und die berufliche Situation von Hebammen analysiert. Die Ergebnisse zeigen einmal mehr, dass grundlegende Veränderungsprozesse in der Geburtshilfe zwingend notwendig sind!

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/5_Publikationen/Gesundheit/Berichte/stationaere_Hebammenversorgung_IGES-Gutachten.pdf

Zwar fühlen sich laut Gutachten 81% der Mütter gut versorgt, jedoch gaben 63% der Mütter an, dass während der Geburt keine kontinuierliche Begleitung durch eine Hebamme gewährleistet war. Jede vierte Mutter bemängelte zudem, dass die Hebamme insgesamt zu wenig Zeit für sie gehabt hatte.

Rückschlüsse auf die tatsächliche Versorgungsqualität lassen sich so schwerlich ziehen. Für eine adäquate Betreuung der schwangeren Frauen im Kreißsaal fehlt den Hebammen oftmals die Zeit. Eine unangemessene Pathologisierung bzw. Medikalisierung der Geburt und unnötige invasive Eingriffe erschweren zudem die originäre Hebammenarbeit. Neben der angespannten Personalsituation und der Arbeitsbelastung ist es auch das Missverhältnis zwischen der hohen Verantwortung ihrer Tätigkeit und dem Einkommen, weshalb 40 % der Hebammen eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit in Erwägung ziehen. Mehr als ein Viertel der Hebammen denkt sogar über eine vollständige Aufgabe der beruflichen Tätigkeit nach!

Insgesamt beinhaltet des Gutachtens aus unserer Sicht keine Überraschungen. Bereits Anfang vergangenen Jahres fordern die Hebammenverbände ein #geburtshilfestärkungsgesetz und legten bereits Eckpunkte für ein Geburtshilfestärkungsgesetz vor.  https://bit.ly/30ocbeG

 

 


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